Enthüllung des ersten Kampagnen-Motivs

Informationskampagne der Evangelischen Kitas

Fünf bunte Holzklötzchen zu einem Turm gestapelt. Darüber in großer Schrift und zwei Zeilen die drei Worte „Turmbauer von morgen“. Mit diesem Plakatmotiv ging am 21. Februar 2014 die groß angelegte Informationskampagne der rund 240 Evangelischen Kindertagesstätten in Hamburg und den angrenzenden Landkreisen Schleswig-Holsteins an den Start.

Die Evangelischen Kitas haben sich in den vergangenen zehn Jahren äußerlich und innerlich stark verändert. Dieses neue, moderne Bild der Evangelischen Kindertagesstätten vermittelt die Kampagne. Sie will während der zweijährigen Laufzeit in erster Linie Eltern von Kindern im Krippen-Alter und werdende Eltern ansprechen. Die insgesamt sechs Themen der Kampagne fußen auf bekannten biblischen Erzählungen, die in den modernen Kita-Alltag „übersetzt“ werden. Dabei wird zu jedem „Grundmotiv“ ein zweites Motiv mit Kindern im Bild und einem erklärenden „Dreiklang“ gestellt.

Plakatmotiv "Auf großer Fahrt"

Auf großer Fahrt

„Auf großer Fahrt“: Mit diesem letzten Motiv geht die Informationskampagne der Evangelischen Kindertagesstätten zu Ende. Das Motiv spielt auf die Geschichte von der Arche an, mit der Noah auf Gottes Geheiß sich, seine Familie und die Tiere vor der Sintflut rettete. Aber auch im Neuen Testament findet sich eine entsprechende Geschichte. Da wird von einer Seefahrt berichtet, die Jesus mit den Jüngern unternahm (Mk 4, 35-41). Während Jesus im Heck des Bootes schlief, kam ein Sturm auf, und die Wellen schlugen ins Boot, sodass es voll Wasser lief. Voller Angst weckten die Jünger Jesus und riefen „ Lehrer, machst du dir keine Sorgen, dass wir dabei sind unterzugehen?“ Im Bibeltext heißt es weiter: „Und der Aufgeweckte drohte dem Wind und sagte zum See: ‘Schweig! Sei still!’ Da legte sich der Wind, und es wurde völlig still. Seine Jünger aber fragte er: ‘Was fürchtet ihr euch? Habt ihr noch kein Vertrauen?’“ 

An diese Geschichte knüpfen wir mit unserem letzten Motiv an. Sie zeigt, dass Jesus immer bei uns ist, dass wir uns nicht fürchten müssen, wenn der Sturmwind bläst und die Wellen hochpeitscht. „Schweig. Sei still!“ – Jesus benötigt nur drei Worte, um die Wogen zu glätten, die Gewalten gehorchen ihm. In ihn, in Gott können wir auf unserer großen Fahrt durch das Leben vertrauen, wie es im Dreiklang heißt, der das Motiv begleitet.

Anregungen für Zuhause

Zu jedem Kampagnen-Thema erhalten die Kitas eine Broschüre mit zahlreichen Anregungen für die Umsetzung in der täglichen Arbeit. Daraus stellen wir auch für Sie einige Beispiele vor.

Elterntipp

Es gibt viele Ängste im Leben eines Kindes. Besonders in den ersten beiden Jahren der Entwicklung ist es typisch, dass Ihr Kind Angst hat. Angst vor Trennung: Werde ich allein gelassen? Angst vor Dunkelheit: Wo sind meine Eltern? Ich kann sie nicht sehen! Angst vor gefärbten Haaren, ich erkenne dich nicht! Oder dem Haareschneiden, dem lauten Fön und dem Staubsauger (Vernichtungsangst), Dinge verschwinden in ihm – ich auch? Angst vor dem Verschwinden des Wassers in den Abfluss, verschwinde ich genauso wie das Wasser, wenn der Stöpsel gezogen wird und es abfließt, im Abflussrohr?

Für die Erwachsenen sind das meistens kleine Fische! Aber Sie können Ihrem Kind helfen, mit den Ängsten umzugehen, wenn Sie diese ernst nehmen und verständnisvolle Hilfe anbieten. Beispiel: Bitte nehmen Sie deshalb Ihr Kind zuerst aus dem Wasser und ziehen dann den Stöpsel. Gemeinsam kann man dem Strudel zuschauen.

Kinder müssen ihren Alltag verstehen, dann können sie ihn sicher einordnen. Bekanntes, Gewohntes und Verlässliches gibt Ihrem Kind Sicherheit. Das schafft Vertrauen und Geborgenheit!

Basteltipps

Regenbogenbälle

Ein schönes Spielzeug, das schnell gemacht ist, nichts kostet und viel Spaß macht, ist der Regenbogen-Ball. Dazu schneidet man aus einem alten Stück Stoff ein Quadrat (30x30) aus. Von vielen kleinen Stoffresten wickelt man einen festen Ball. Einige bunte Wollfäden oder Krepppapierstreifen, 120 cm lang, werden fest um den Stoffball gewickelt, sodass beide Enden der Fäden frei hängen.

Nun packt man den Stoffball und die umgelegten Bänder in das Stoffquadrat und bindet es wie ein Säckchen fest zu. Die Bänder müssen frei heraushängen. Der Ball fliegt wunderschön und zieht einen „Regenbogen“ hinter sich her.

Regenwassermalfarben selbst gemacht

Malfarben kaufen kann jeder – aber wer hat schon mal mit selbst gemachter Farbe aus Regenwasser gemalt? Sie benötigen viele kleine Glasschälchen, z. B. leere Marmeladen- bzw. Einweckgläser oder einfache Trinkgläser, sowie verschiedene Getränkepulver.

Einige Supermärkte bieten z. B. Himbeer-, Orangen- und Zitronensaftpulver an. In Pulverform sehen diese Mittel relativ hell aus, tropft aber Wasser auf sie, nehmen sie plötzlich eine kräftigere Farbe an. Lassen Sie Ihre Kinder die kleinen Gläser mit jeweils einem Esslöffel des Pulvers vorbereiten und stellen Sie sie draußen an eine Stelle, die sie vom Fenster aus gut beobachten können.  Sobald der Regen in die Gläser tropft, füllen sie sich mit buntem Wasser.

Haben die Kinder genügend Regenmalfarbe „gesammelt“, können sie ihre Gläser hereinholen und mit den selbst hergestellten Farben malen. Anstelle von Getränkepulver können Sie es auch mit gemahlenen Gewürzen, Früchteteebeuteln oder Krepppapier versuchen.

(Anregung: PROJEKT- & EXPERIMENTIERIDEEN, Forscht mit! 4-2014)

Buchtipps

„An der Arche um acht“
Ulrich Hub, Jörg Mühle, dtv Junior
Die Geschichte von den drei (!) Pinguinen und der Arche

„Sieh mal – sag mal: Die Arche Noah“
Bilderbuch von Victoria Tebbs, Lahn Verlag

„Warum wir im Sommer Mückenstiche kriegen, die Schnecken unseren Salat fressen und es den Regenbogen gibt“
Eine Geschichte von Noah und seiner Arche von Kirsten Boie und Regina Kehn, Jumbo Verlag, Hamburg, ab 5 Jahre

“Auf Großer Fahrt – Luna und Polly Pop in der wundersamen Welt des Wassers”
Britta Böger/Stefanie Saghri kostenfrei zum Download auf der Homepage des Umweltbundesamtes: www.umweltbundesamt.de/publikationen/auf-grosser-fahrt

Plakatmotiv mit dem Dreiklang zu 'Auf großer Fahrt'

Zündende Momente

„Zündende Momente“: Mit dem Pfingstthema hat die Evangelische Kita Binsenort der Auferstehungskirche in Lurup den Wettbewerb gewonnen, mit dem die Kitas selbst zur Informationskampagne der Evangelischen Kindertagesstätten beitragen konnten.

In der Bibel ist im 2. Kapitel der Apostelgeschichte beschrieben, wie Jesu Jünger, Apostel und Maria 50 Tage nach seinem Tod die Gabe des Heiligen Geistes empfangen und diese Kraft im Brausen des Windes und in Feuerzungen erleben. Diese Geistkraft Gottes tröstet, ermutigt und begeistert sie. Sie trauen sich, von Jesus, seinen Taten und seiner Auferstehung zu erzählen. Und andere Menschen verstehen, was sie erzählen, auch diejenigen, die andere Sprachen sprechen, und erleben eine neue Gemeinschaft. So gilt Pfingsten auch als Geburtsstunde unserer Kirche.

„In unseren Kitas erleben Kinder Momente, die sie begeistern. Bei uns spüren sie Gottes guten Geist, der wie ein Funke überspringt und Freude bringt – woher sie auch kommen und welche Sprache sie auch sprechen“, heißt es im Plakattext. Und auch der Dreiklang spricht die Begeisterung des „Pfingstwunders“ an: „Begeisterung erleben. Einander verstehen. Gottes Geist erfahren.“ Das ist es, was Kinder in den Evangelischen Kitas erleben.

Anregungen für Zuhause

Zu jedem Kampagnen-Thema erhalten die Kitas eine Broschüre mit zahlreichen Anregungen für die Umsetzung in der täglichen Arbeit. Daraus stellen wir auch für Sie einige Beispiele vor.

Elterntipp

Sicher kennen Sie das: Noch vor kurzem war es für Ihr Kind undenkbar, selber ein Eis in der Eisdiele zu bestellen und nun geht das ganz selbstverständlich und voller Stolz: „Bitte mit Streuseln und einer halben Portion Sahne“. Die Erfahrung zu machen, sich etwas „Neues“ zu trauen, begeistert Kinder und bringt sie spürbar in ihrer Entwicklung weiter.

Thematisieren Sie mit Ihrem Kind doch einmal, „Mutproben im Alltag“ anzugehen. Fragen Sie es, was es gern können will oder sich trauen möchte und unterstützen Sie es in seinen Bemühungen, z.B. den Nachbarhund zu streicheln, eine Kerze zu entzünden usw.

Hier gelten die Regeln, dass das Kind selber entscheiden kann, welche Mutprobe es angehen möchte, und diese jederzeit von ihm selbst abgebrochen werden kann. Alles hat seine Zeit!

Mit Murmeln Spuren hinterlassen

Die Farben des Feuers sind rot, orange-gelb und blau – und das können Sie mit Ihrem Kind erproben. Sobald Kinder ihren Körper aufrecht halten, laufen und mit einem Hilfsmittel hantieren können, kann man ihnen Schachteln und Boxen geben, in denen sie eine mit Farbe getränkte Kugel (z.B. eine Glasmurmel) auf einem Blatt Papier hin- und her rollen lassen. Genauso können die Kinder mit Kämmen, Bürsten, Fingern, Pinseln, Schwämmen und Sieben Muster auf rot-orange farbig bemalten Papieren, Kartons oder Stofftaschen ausprobieren.  

Löwenzahn und Pusteblume – das Wunder der Verwandlung beobachten

Der Löwenzahn ist ein schönes Bild der Natur, anhand dessen die Kinder das Oster- und Pfingstgeheimnis und das Wunder der Verwandlung erfahren können. Er blüht den ganzen Sommer über und lässt sich im Garten oder am Wegesrand in der Nachbarschaft beobachten.

Verfolgen Sie mit Ihrem Kind die Entwicklung des Löwenzahns. Die leuchtend gelbe Blüte kann für Jesus stehen, Gottes Sohn, der Licht und Freude in unsere Welt brachte, Menschen heilte, tröstete und ihnen Liebe schenkte. Dann aber schließt sich der Blütenkelch des Löwenzahnes, er zieht sich zurück, wird grau und stirbt, die gelben Blütenblätter fallen ab. Dieser Prozess steht für Vergänglichkeit, Tod, Trauer und den Karfreitag.

Doch dann lässt sich ein tausendfaches kleines Wunder beobachten. Der Blütenkelch öffnet sich erneut und zu sehen ist eine kugelige Pusteblume. Sie bringt viele neue Samen und damit Blüten hervor und kann sinnbildlich für die Gemeinschaft der Jünger Jesu stehen.

Zum Schluss der Entwicklung lassen Sie Ihr Kind „Wind“ spielen und den Samen, die Fallschirmchen, in alle Welt pusten, um die frohe Botschaft weiterzugeben.


Buchtipp

Das Pfingstereignis und was dann noch passierte, wird sehr anschaulich und verständlich erzählt in „Die große Bibel für Kinder“, Jeschke/ ten Cate, Deutsche Bibelgesellschaft

Bilderbuchtipp:

„mutig, mutig“ von Lorenz Pauli/Kathrin Schärer, Atlantis-Verlag, Zürich 2009.

Wegweisende Erleuchtungen

 Die Kampagne, mit der die Evangelischen Kindertagesstätten über ihre Arbeit informieren, ist jetzt in die fünfte Runde gegangen. Nun erstrahlt der „Weihnachtsstern“ unter der Überschrift „Wegweisende Erleuchtungen“ auf den Plakaten. Im Begleitmotiv erklärt der „Dreiklang“: „Feste feiern. Glauben dürfen. Mit Gott groß werden.“ Damit nimmt die Kampagne nun auch den Slogan auf, unter den die Evangelischen Kindertagesstätten ihre Arbeit gestellt haben: „Mit Gott groß werden“.

Aber was soll der Stern von Bethlehem in der Osterzeit, mögen Sie sich fragen. Die Antwort ist einfach. Das ist kein Versehen bei der Buchung der Plakatflächen. Denn zum einen: In der Weihnachtszeit wären der Stern und seine Botschaften inmitten der vielen „Werbe-Sterne“ leicht untergegangen. Und außerdem war dieser besondere Stern, der über dem Stall geleuchtet hat, ja ein Wegweiser. „Hier seid Ihr richtig“, sagte der Stern den Weisen aus dem Morgenland ebenso wie den Hirten, die dieses Kind suchten, den neugeborenen König des Friedens. Und können wir nicht immerzu, das ganze Jahr über, einen solchen himmlischen Wegweiser gebrauchen. „Hier bist Du richtig“ spüren die Kinder und ihre Eltern, wenn sie den Weg in eine unserer Evangelischen Kindertagesstätten gefunden haben. Denn Wegweisendes leuchtet nicht nur sichtbar über dem Hausdach, es leuchtet auch von innen heraus, sicht- und spürbar in Haltung, Atmosphäre, Ansprache und vielem mehr. Und „Sternstunden“ sind nicht nur zur Weihnachtszeit zu erfahren.

Anregungen für Zuhause

Zu jedem Kampagnen-Thema erhalten die Kitas eine Broschüre mit zahlreichen Anregungen für die Umsetzung in der täglichen Arbeit. Daraus stellen wir auch für Sie einige Beispiele vor:

 

Basteltipp Osterkerze

In der Passionszeit können Sie mit Ihren Kindern Osterkerzen basteln, die dann zum Osterfrühstück den Tisch festlich erleuchten. Dazu werden Toilettenpapierrollen innen mit Öl eingestrichen und zur Stabilisierung in eine Schüssel mit Sand gesteckt. Der Sand verhindert gleichzeitig, dass flüssiges Wachs unten aus der Rolle quillt. Im nächsten Schritt wird ein Baumwollfaden als Docht an einen Zahnstocher gebunden. Der wird über den Rollenrand gelegt, sodass der Docht in die Mitte der Rolle hineinhängt. Nun muss vorsichtig das in einer Blechdose auf dem Herd oder im Wasserbad erhitzte Wachs hineingegeben werden. Ist das Wachs erkaltet, wird die Papprolle gelöst und die fertige Kerze erstrahlt. Besonders hübsch sieht die Osterkerze aus, wenn sie in unterschiedlichen Arbeitsschritten mit verschiedenfarbigem Wachs in allen Farben des Regenbogens gegossen wird. Dann muss man aber immer wieder warten, bis die einzelnen Schichten ausgehärtet sind.  

Elterntipp

Erzählen Sie Ihrem Kind wieder einmal ein Märchen, z. B. Sterntaler von den Gebrüdern Grimm.

In Märchen sind viele Weisheiten enthalten. Sie vermitteln Werte und sind Wegweiser für ein umfassendes Lebens- und Weltverständnis. Sie machen Kinder stark, mutig und selbstbewusst. Die kuschelige, heimelige Atmosphäre während des Erzählens ist für Ihr Kind ein wichtiges emotionales Erlebnis. Zuhören, sich in den Bann des „zauberhaften“ Märchens nehmen lassen, Spannung erfahren und gleichzeitig die Sicherheit durch den Erwachsenen zu spüren, ist eine besondere Art der Zuwendung und Beachtung.

Literaturtipps

„Zimmer frei im Haus der Tiere“

In diesem hebräischen Kinderbuchklassiker aus den 1950er Jahren, der nun auch auf Deutsch erschienen ist, suchen vier Tiere einen Nachmieter für ihre Hausgemeinschaft. Das Buch handelt von Toleranz und Respekt in einer Gesellschaft, in der unterschiedliche Kulturen zusammenleben. Ein hoch aktuelles Thema, liebevoll illustriert und humorvoll erzählt.
„Zimmer frei im Haus der Tiere“ von Leah Goldberg, Ariella-Verlag, Berlin 2011


„Unser Sternenhimmel“

Weißt du, wie viel Sternlein stehen? Abends, nachdem die Sonne untergegangen ist, leuchten am klaren Nachthimmel unzählige Sterne. Und nicht nur das: Unseren Mond, die Planeten, unzählige Satelliten und sogar die Internationale Raumstation ISS kann man am Nachthimmel beobachten.

Aber woran erkennt man, was man da sieht? Wie bestimmt man anhand des Sternenzelts die Himmelsrichtungen? Warum ist der Himmel eigentlich blau und warum leuchten die Sterne? Wie kam die Milchstraße zu ihrem Namen? Wann kann man welche Sternenbilder am besten erkennen?

Diese und viele weitere Fragen werden auf den 96 Seiten dieses spannenden Naturführers beantwortet.

"Unser Sternenhimmel", Moses Verlag 7,95 €

 

Exkursionstipp Planetarium

Besuchen Sie mit den Kindern das Planetarium in Hamburg und schauen Sie sich beispielweise das Sternenmusical „Der kleine Tag“ an. Unter der Rubrik Sterne für Kinder finden sich noch viele weitere interessante Veranstaltungen.
www.planetarium-hamburg.de

 

Sternstunde im Alltag

Auch wenn der Stern erst jetzt auf den Plakaten der Kita-Kampagne leuchtet: Aktuell ist das Thema doch. Denn damals, im Stall von Bethlehem, erschien Joseph im Traum ein Engel, der ihn anwies, mit Maria und dem Kinde zu fliehen, um dem Mordbefehl des Herodes zu entgehen. So packten sie das wenige, was sie besaßen, auf ihren Esel und zogen in ein fremdes Land. So wie Josef, Maria und das Jesuskind, die in Ägypten Asyl gefunden haben, kommen viele Menschen zu uns nach Deutschland, um in Sicherheit zu sein, darunter viele Kinder. Sie kommen mit ihren nötigsten Habseligkeiten und fangen hier ganz von vorne an. Wir können sie willkommen heißen und unterstützen. Wir können nachfragen, was benötigt wird, und konkrete Begegnungen ermöglichen. Das wird dann sicherlich zu einer „Sternstunde“ in unserem Alltag.

Paradiesische Verheißungen


Jeder kennt ihn und die Geschichte, die dazu gehört: Ein roter, knackiger Apfel strahlt Ihnen auf dem vierten Plakatmotiv der Kampagne entgegen. Es ist die „verbotene Frucht“, das Symbol der Paradiesgeschichte aus der Bibel, und Sie alle wissen, wie das war, mit Adam, Eva und der Schlange. Oder glauben Sie es nur zu wissen? Was steht denn wirklich in der Geschichte und wie kann man sie heute verstehen?

Nachzulesen ist die Geschichte vom „Sündenfall“ und der Vertreibung aus dem Paradies im Alten Testament, Genesis 3, 1-24.

Eignet sich diese Geschichte wirklich für eine Kampagne der Evangelischen Kindertagesstätten? Ist es ein Glück oder Unglück, außerhalb des Paradieses zu leben? Schauen wir näher hin: Das Wort Sünde, der Sündenfall kommen im Text gar nicht vor. Hier geht es um das Wagnis der menschlichen Freiheit, das Überschreiten von Grenzen und die Verantwortung für das eigene Tun. Die Geschichte zeigt, wie der Mensch autonom geworden ist und führt uns die Zwiespältigkeit dieser Autonomie vor Augen. Die Welt steht dem offen, der autonom sein will, aber es wird eine Welt voller Widerstände und Gefährdungen sein. Das ist der Preis.



Das, was in der Bibel beschrieben wird, deckt sich zum großen Teil mit der Entwicklung im Leben eines Menschen: vom kleinen Kind, das der umfassenden Versorgung durch andere bedarf, zum Jugendlichen, der austestet, was für ihn selbst und für andere gut und böse ist. Als Erwachsene halten die Menschen sich nicht mehr unbefragt an vorgegebene Regeln, sie wollen ihren eigenen Normen folgen und überschreiten in der Entwicklung hin zur Autonomie auch Grenzen.

Wir alle haben wie Adam und Eva die Erfahrung gemacht, Verbote nicht zu achten, Grenzen zu überschreiten – das gehört zum Leben und besonders zum Großwerden dazu. Mit den Folgen unseres Tuns zu leben, dafür die Verantwortung zu übernehmen – vor Gott und den Menschen, das ist die große Herausforderung! Das Gute ist: Über allem steht die „Paradiesische Verheißung“, wie die Hauptzeile des neues Themas lautet: Gott ist bei uns auf allen unseren Wegen! Machen Sie sich mit uns und den Evangelischen Kindertagesstätten auf den Weg, die Schätze, die in dieser Geschichte stecken, zu heben. Dabei steht der Apfel als Grundmotiv im Mittelpunkt: Gutes schmecken, Gesund leben, Gottes Werk erkennen – so lautet der Dreiklang auf dem Plakat.  

Anregungen für Zuhause

Zu jedem Kampagnen-Thema erhalten die Kitas eine Broschüre mit zahlreichen Anregungen für die Umsetzung in der täglichen Arbeit. Daraus stellen wir auch für Sie einige Beispiele vor:

Apfeldruck

Gestalten Sie zusammen mit Ihren Kindern Jutetaschen, T-Shirts oder Servietten mit dem Apfeldruck. Halbieren Sie dazu verschieden große Äpfel, bemalen Sie die Schnittflächen mit Stofffarben und drücke Sie diese dann auf den Stoff. Das Einbügeln der Farben macht die Kunstwerke waschmaschinenfest.  

Apfelsaft selbst machen

Beim Hamburger Umweltzentrum „Gut Karlshöhe“ (Karlshöhe 60 d, 22175 Hamburg) können Sie eine „historische“ Apfelpresse ausleihen, mit der sie mühelos leckeren und gesunden Apfelsaft zubereiten können.  

Bilder-/Buchtipp

zum Thema „Mutig sein, sich auf den Weg machen, schauen, was auf der anderen Seite ist“:

„Wo die wilden Kerle wohnen“ (Maurice Sendak, Diogenes Verlag)

„Tilli und die Mauer“ (Leo Lionni/Frederik Vahle, Beitz und Gelberg Verlag)

„Der liebe Gott wohnt bei uns im Apfelbaum“ (Franz Hübner/Brigitte Smith, Wunderland-Verlag) 

Ausflug

Das „Gartendeck“ ist eine überbaute Fläche auf einer Tiefgarage in St. Pauli, die als großer Gemeinschaftsgarten angelegt ist. Sie können den Garten mit Ihren Kindern besuchen und dort selbst mitgärtnern. (Große Freiheit 62-68, www.gartendeck.de

Erziehungstipp

Als Eltern kennen Sie das: Ihr Kind tobt, schreit und stampft mit den Füßen. Und das nur, weil es im Winter draußen mit seinen Sommersandalen spielen will und Sie das nicht gestatten. Seien Sie froh, dass Ihr Kind sich so verhält. Denn das ist für Eineinhalb- bis Dreijährige ganz normal. Das Kind probiert den eigenen Willen, der sich jetzt bildet, und testet die gesetzten Regeln und Grenzen der Eltern. Es lernt gerade, Gefühle einzuordnen und zu benennen. Und es lernt, Enttäuschungen auszuhalten und Bedürfnisse aufzuschieben. Bleiben Sie ruhig. Erklären Sie Ihrem Kind, dass seine Gefühle in Ordnung sind, aber die Art und Weise, wie sie geäußert werden, sich ändern muss. Auf keinen Fall sollten Sie Ihr Kind in einer solchen Situation bestrafen. Hier sind ruhige und freundliche Wiederholungen der Regeln und Grenzen angebracht, wenn Ihr Kind sich wieder beruhigt hat – Einfühlsamkeit Ihrerseits und Freude über die zunehmenden „Unabhängigkeitserklärungen“ Ihres Kindes. Denn jedes Kind braucht das Spannungsfeld der Bedürfnisse nach Gehaltenwerden und Fortstreben, um sich aus der begrenzten Beziehung zu den Eltern heraus zu entwickeln, seinen Erfahrungshorizont zu weiten und sich neue Lernchancen zu eröffnen. 

Wunderbare Meisterwerke

Wer sich in Gottes Schöpfung umschaut, kommt aus dem Staunen, Wundern und "Bewundern" nicht heraus. Das dritte Thema der Kampagne, mit der wir in diesem und dem kommenden Jahr über die Arbeit unserer Evangelischen Kindertagesstätten informieren, beschäftigt sich unter dem Motto "Wunderbare Meisterwerke" mit der Schöpfung selbst, deren Teil wir Menschen ja sind.

Die kleine grüne, eher unscheinbare Raupe auf dem dritten Kampagnen-Plakat lässt noch nicht erkennen, dass einmal ein leuchtend gelber Zitronenfalter, ein farbenprächtiger Schmetterling aus ihr wird. Es ist in der Schöpfung eben nicht alles immer gleich ersichtlich und nicht alles ist immer gleich. Von dieser Vielfalt lebt unsere Schöpfung. Als Gottes Geschöpfe können wir "Frei sein", die "Natur begreifen", die Schöpfung erleben und in dieser Freiheit die "Schöpfung achten" und bewahren. Vor allem aber mit großer Freude in ihr zu leben, als eines von Gottes "Wunderbaren Meisterwerken".

 

 

Der Mensch wird in Beziehung zu Gott geschaffen, Gott erschafft ihn als sein Gegenüber, als sein Ebenbild - "wenig niedriger als Gott", heißt es in Psalm 8, 6. Und: Der Mensch wird als Mann und Frau geschaffen. Gleichwertig und unterschiedlich. Es ist nicht gut, dass der Mensch allein sei, heißt es in der Bibel (Gen 2, 18a). Beide, Mann und Frau, sollen einander ein Gegenüber sein. Wir Menschen sind keine Einzelwesen, wir sind auf Gemeinschaft angelegt, wir brauchen einander. Wir brauchen die Gemeinschaft mit Gott und die Gemeinschaft in Beziehungen.

Die Menschen werden von Gott gesegnet (Gen 1, 28ff.) und erhalten den Auftrag, die Erde zu bevölkern und sie weise zu regieren. Dieser Satz ist allzu häufig im Sinne von beherrschen, ausbeuten und zerstören missverstanden worden. Es geht jedoch um Achtung vor der ganzen Schöpfung, Pflanzen und Tiere eingeschlossen, und um Verantwortung für alle und alles, was auf der Erde wohnt.

Bedeutsam ist Gottes Aussage über seine gesamte Schöpfung: "Und siehe, es ist sehr gut:" (Gen 1, 31). Im Hebräischen steht dort: "tov tov": Doppelt gut. Gott will uns wissen machen, dass alles, was von ihm gemacht wurde, gut ist, sehr gut. Wunderbare Meisterwerke: Was kann unsere Antwort darauf sein? Staunen, Danken, Achten, Behüten, Wertschätzen ...

Anregungen für Zuhause

Zu jedem Kampagnen-Thema erhalten die Kitas eine Broschüre mit zahlreichen Anregungen für die Umsetzung in der täglichen Arbeit. Daraus stellen wir auch für Sie einige Beispiele vor:

Zauberhafte Kunstprojekte

Das Bild-Motiv zu den wunderbaren Meisterwerken spielt auf die bekannteste zoologische Metamorphose an: die Entwicklung von der Raupe zum Schmetterling. Der Begriff "Metamorphose" bedeutet: die Veränderung oder Umwandlung von Form oder Zustand. Mit ein wenig Anleitung und Hilfestellung können Kinder selbst wunderbare und wundersame Meisterwerke und eigene Schöpfungen aus Naturmaterialien oder recyceltem Material schaffen, die wirklich zauberhaft sind.

Blüten pressen
Vom Frühling an bis in den Herbst hinein können Blüten, Blätter oder hauchdünn geschnittene Obst- und Gemüsequerschnitte gesammelt und in einer Blumen/Pflanzen-Presse gepresst und getrocknet werden. Vielleicht entsteht zum Erntedank ein Blütenbild auf selbst geschöpftem Papier.

Papier schöpfen
Aus alten Zeitungen kann man neues Papier herstellen. Viele Papierschnipsel werden 24 Stunden lang einer Schöpfwanne, z.B. einer Babybadewanne in Wasser eingeweicht und dann mit einem Pürierstab zu einem feinen Brei verarbeitet. Mit einem Schöpfrahmen, den man aus Fliegengitter ausschneidet, zieht man diesen Brei waagerecht aus der Wanne. Dabei bleibt die geschöpfte Papiermasse an dem Rahmen hängen. Sie wird nun zum Trocknen auf ein Haushaltstuch gedrückt. Diese noch feuchte Masse können die Kinder zum Beispiel mit Konfetti, Pailletten, Prägungen durch Stempel oder getrocknete Blüten etc. verzieren. Das Haushaltstuch wird zum Austrocknen an eine Wäscheleine gehängt. Nach ca. 12 Stunden kann es leicht von dem geschöpften Papierwerk abgezogen werden.

Naturfarben herstellen
Meisterwerke der ganz besonderen Art lassen sich mit selbstgemachten Farben aus Naturmaterialien und selbstgebastelten Pinseln malen. Aus Rhabarberwurzeln wird Gelb, aus Zwiebelschale Braun gewonnen. Rote Bete oder Rotkohlblätter färben rot und blau ab und Grün gewinnt man aus Himbeerblättern oder Spinat. Wie diese Grundstoffe aus der Botanik gebunden und weiterverarbeitet werden können, finden Sie im Internet z.B. auf folgender Seite: http://www.kindermeilen.de/122.html

Zauberblumen bunt färben
Eine Metamorphose der ganz eigenen Art, wenn auch nicht ganz natürlich, stellt das Einfärben von weißen Blumen mit Lebensmittelfarbe dar. Bei diesem Experiment können die Kinder bildlich erfahren, wie die Pflanzen sich mit Nährstoff versorgen. In einem Glas wird Wasser mit Lebensmittelfarbe eingefärbt. Dann wird eine weiße Tulpe oder Nelke hineingestellt. Wie ein Strohhalm zieht die Blume das farbige Wasser über den Stängel nach oben, wo es die Blütenblätter färbt.

Eine Raupe aus Perlen basteln
Eine Raupe, gebastelt aus Holzperlen, die auf eine Schnur gezogen werden, ist ein Spielzeug für die ganz Kleinen, das nicht nur bei seiner Herstellung die Feinmotorik anregt. Augen und Mund der Raupe werden mit einem wasserfesten Stift aufgemalt. Selbstverständlich ist besonders darauf zu achten, dass die Enden fest verknotet sind, damit sich keine Perle ablöst und verschluckt werden kann. Ggf. große Holzperlen verwenden.

Schmetterlinge mit Farbe kreieren
Mit der Klapptechnik können die Kinder farbenfrohe Schmetterlinge gestalten. Ein Blatt Papier wird in der Mitte gefaltet und wieder geöffnet. Auf eine Hälfte des Blattes wird Farbe aufgetragen, das kann Fingerfarbe, Tusche oder Plakatfarbe sein. Nun wird das Papier erneut gefaltet und fest darüber gestrichen, so dass sich die Farbe gut verteilt. Wenn das Kind das Blatt wieder öffnet, kann es eindrucksstark das Phänomen der Spiegelung und der Symmetrie erleben.

Ausflüge

Hamburg und sein Umland verfügen über erstaunlich viele Möglichkeiten, Natur zu erleben und Schöpfung begreifbar zu machen. In und um unsere grüne Metropole herum finden sich viele attraktive Ziele für Spaziergänge und Ausflüge, Lehrpfade, Ausstellungen und Exkursionen. Die folgenden Beispiele geben nur einen kleinen Eindruck wieder, welche Entdeckungstouren mit Kindern möglich sind.

Im Botanischen Garten in Klein Flottbek lassen sich Mensch-hohe Farne oder versteinerte Baumstämme betrachten. Das Kinderprogramm bietet Basteln mit Naturmaterialien an oder lässt Kindergruppen im Nutzgarten erfahren, wie vor 100 Jahren geerntet wurde.

Der Wilhelmsburger Inselpark (IGA- Gelände von 2013) lockt mit vielen botanischen und kulturellen Attraktionen und ist seit Sommer 2014 öffentlich zugänglich.

Der Stadtpark Norderstedt führt Umwelt-Bildungsangebote für Kindergruppen durch. Hier können die Kinder entdecken, wie ein Regenbogen entsteht oder was sich die Erfinder von Klettverschluss, Taucherflossen oder Hubschrauberpropeller von der Natur abgeschaut haben.

Das Zoologisches Museum Hamburg zeigt in seinem Schaumuseum beeindruckend lebensnahe Tierpräparate. Neben dem NDR-Walross Antje sind auch Leoparden, Eisbären und sogar Pottwal-Skelette zu sehen.

Im Niendorfer Gehege, im Hirschpark Nienstedten oder in der Revierförsterei Klövensteen können die Kinder Wildtiere beobachten und im Wildpark Schwarze Berge Hängebauchschweine füttern.

Der Kinderbauernhof Kirchdorf beherbergt über 250 Tiere, die von den Besuchern angeschaut, aber auch gefüttert und gestreichelt werden können.

Das Planetarium im Stadtpark öffnet in seinen Kindervorstellungen Horizonte und stellt Planeten und Galaxien in seinen kindgerechten Shows vor.

Die Naturpädagogen vom Haus der wilden Weiden bieten ein spannendes naturpädagogisches Angebot für Kindergärten. Witterungs- und programmabhängig werden das Freiland oder Haus und Hof der Wilden Weiden genutzt.

Planen Sie Ihren nächsten Familienausflug in einen der Schmetterlingsgärten in Friedrichsruh im Sachsenwald, in Buchholz oder in Kaltenkirchen. Hier sind in wunderschön angelegten Tropengewächshäusern hunderte Schmetterlingsarten zu beobachten. Passend zu dem Plakatmotiv der Imagekampagne können die Kinder in Schaukästen die unterschiedlichen Stadien der Metamorphose von der Raupe zum Schmetterling beobachten.

Viele weitere Ideen für "Exkursionen" gibt es von der Behörde für Stadtentwicklung und Umwelt in der Broschüre "Naturerleben und Umweltlernen in Hamburg", in der nützliche Hinweise und Adressen in und um Hamburg herum vorgestellt werden. www.hamburg.de/bsu

Mit Mose „Zu neuen Ufern“:

Sich in Gottes Hand wissen und Geborgenheit erleben

„Zu neuen Ufern“ steht auf den Plakaten für das zweite Thema der Kampagne, mit der wir in diesem und dem kommenden Jahr über die Arbeit unserer Evangelischen Kindertagesstätten informieren. Das darunter abgebildete Weidenkörbchen verrät, um welchen biblischen Text es dabei geht: um das Leben und Wirken Mose, dieses wichtigen und großen Propheten, der das Volk Israels aus der ägyptischen Knechtschaft geführt hat. Mose ist in seinem Leben immer wieder „Zu neuen Ufern“ aufgebrochen. Besonders bekannt ist ja die Geschichte, auf die das Körbchen hinweist: Wie die Mutter des Mose ihr Baby in einem Schilfkörbchen am Nilufer versteckte, um es vor dem Mordbefehl des Pharao zu retten. Und wie gerade die Tochter des Pharao das Baby fand, es bei sich aufnahm und die leibliche Mutter zu seiner Amme bestellte.

Zum Nachlesen: 2. Buch Mose (Exodus), Kap. 2, 1-10

 

 

Mit Vertrauen auf Gott neue Schritte wagen

Die Geschichte von Mose und seiner Familie hat mit (Gott-)Vertrauen zu tun. Die Mutter musste ihr jüngstes Kind schützen, indem sie es „aus den Händen“ gab, in dem festen Glauben und dem Vertrauen, dass es ihm gut gehen wird. So ähnlich fühlen sich wohl auch Eltern, die ihr Kind in eine Kita „aus den Händen“ geben. Sie brauchen die Sicherheit, das Vertrauen, den „Glauben“, dass es ihrem Kind hier wohlergehen wird, es geschützt und geborgen ist, so wie Mose im Körbchen. Darauf bezieht sich das zweite Motiv zum Mose-Thema, das einen kleinen Jungen in dem Weidenkörbchen zeigt. Der dazu gehörende „Dreiklang“ verspricht, dass die Eltern und ihre Kinder sich in der Kita wohlfühlen, dass sie, die Kinder und die Erwachsenen, das Gefühl von Geborgenheit spüren, von Angenommensein, von Achtung, von Vertrauen. Dem Vertrauen eben, Übergänge zu bewältigen, loslassen zu können, in der Gewissheit, dass Gottes Hand uns hält, bei jedem Aufbruch „zu neuen Ufern“.

Damit wir in unseren Evangelischen Kitas dieses Versprechen einlösen können, machen sich auch unsere Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter immer wieder „auf“, gehen Veränderungen an, probieren Neues aus, ohne Altbewährtes völlig „aus dem Korb zu werfen“. So nehmen sie auch die Mose-Geschichte in ihrer täglichen Arbeit auf. Wie bereits beim ersten Kampagnenmotiv, das mit den „Turmbauern von morgen“ auf die Themen Glück zu empfinden, zusammen zu sein und den Nächsten zu lieben abstellte, sprechen sie mit den Kindern über Mose. Sie binden die Geschichte in ihre praktische Arbeit ein, in ihre Gespräche, Spiele, Lieder und Gebete. So lernen die Kinder zu verstehen, dass sie wie der kleine Mose in Gottes Hand sind. Diese Sicherheit lässt sie Geborgenheit fühlen und schafft damit die Grundlage, dass sie sich wohlfühlen – in den Stunden in der Kita wie in ihrem Leben.

Anregungen für Zuhause

Zu jedem Kampagnen-Thema erhalten die Kitas eine Broschüre mit zahlreichen Anregungen für die Umsetzung in der täglichen Arbeit. Daraus stellen wir auch für Sie einige Beispiele vor:

Die Geschichte erzählen
Auch Sie als Eltern können zuhause mit ihren Kindern über Mose sprechen. Erzählen Sie die Geschichte – doch zunächst nur bis zu dem Punkt, an dem die Mutter das Baby in seinem Körbchen am Nilufer versteckt. Und dann lassen Sie die Kinder darüber nachdenken, welche Gefahren dort lauen: Krokodile und andere wilde Tiere, Hitze und Durst. Und lassen Sie die Kinder fantasieren, was sie täten, um das Baby zu retten und wie Gott wohl Mose gerettet haben mag, bevor Sie selbst den glücklichen Fortgang und Ausgang der Geschichte zu Ende erzählen.

Fotos anschauen
Sehr gerne schauen sich Kinder Familienfotos an. Zeigen Sie Ihrem Kind Bilder, auf denen Sie selbst als kleines Kind zu sehen sind, gerne auch zusammen mit Ihren Eltern. Und erzählen Sie dabei von dem, was Ihre Eltern für Sie getan haben und was zu tun Sie natürlich auch bereit sind. Vielleicht erinnern Sie ja Beispiele, bei denen Ihre Eltern Ihnen ganz besonders geholfen oder Sie aus einer Notlage gerettet haben. Vermitteln Sie Ihrem Kind Sicherheit und Geborgenheit als besondere Schätze in der Liebe der Eltern zu ihren Kindern, in der Liebe Gottes zu allen Menschen.

Das Ich-Buch
Stellen Sie für Ihr Kind ein „Ich-Buch“ zusammen: Ein Fotobuch mit Aufnahmen der Familie oder mit Aufnahmen von Personen und Tiere, die es liebt. Die Fotos erinnern an schöne Erlebnisse mit Freunden oder zeigen Lebenssituationen, Orte, Räume oder Gegenständen, die dem Kind besonders wichtig sind. Geben Sie Ihrem Kind sein „Ich-Buch“ ruhig mit in die Kita. So kann dieses ganz persönliche Album eine Brücke zwischen dem Zuhause und dem „neuen Ufer“ der Kindertagesstätte bilden, denn mit den Fotos im „Ich-Buch“ bringt Ihr Kind ein kleines Stück seines Zuhauses mit in die Kita. 

Ein Bad aus Kastanien
Sie können Ihrem Kind ein „Bad“ aus Naturmaterialien wie z.B. einer großen Menge an Kastanien, Eicheln, getrockneten Bohnen oder Korken in einer Babybadewanne oder einem Weidenkorb „einlassen“. Viele Kinder nehmen die körperliche Begrenzung, die hierbei spürbar wird, als sehr angenehm war. Diese Form des Bälle-Bades bietet intensive Sinneswahrnehmungen und vielseitige Spielimpulse. Wenn Sie Ihrem Kind auch noch Becher und Plastikflaschen zum Befüllen zur Verfügung stellen, kann es herrlich experimentieren und seine Feinmotorik schulen. Bitte beachten Sie, dass aufgrund von Erstickungsgefahr ein solches Bad nur unter ihrer Aufsicht angeboten werden darf.

Turmbauer von morgen

Das Auftakt-Thema „Turmbauer von morgen“ spielt auf den im Alten Testament beschriebenen „Turmbau von Babel“ an. Viele Themen stecken in dieser alten Erzählung: Das gemeinsame Bauen, in dem wir unsere Gaben, Fähigkeiten und unsere Kreativität nutzen. Gerade Kinder lieben es, Türme und andere Dinge zu bauen und sich im Spiel auszuprobieren! Es geht auch um die Suche nach Gott, um den Wunsch, Gott näher zu kommen. Dabei kommen wir an innere und äußere Grenzen. Das ist nicht immer leicht umzusetzen, für die Kinder nicht und auch nicht für die Erwachsenen in unseren Kitas und für Sie zuhause. Manchmal haben wir das Gefühl, „verschiedene Sprachen“ zu sprechen und nicht weiterzukommen. Dann geht es uns wie den Menschen in der Geschichte vom „Turmbau“.

Diese biblische Geschichte erfährt eine „Fortsetzung“ im Neuen Testament, wenn während des Festes in Jerusalem Gottes Geist die Menschen erfüllt, Petrus und die Apostel den „Auftrag“ erkennen, und alle einander „verstehen“. Und sind nicht auch die bereichernde Vielfalt an Völkern und an Sprachen Folgen des Eingreifen Gottes in Babel? Wenn wir also verstehen, was es heißen kann, mit Gott zu leben, dann sind unsere Verschiedenheiten zweitrangig oder sogar hilfreich, wir lernen Toleranz und gegenseitige Achtung und wir können alle gemeinsam „Mit Gott groß werden“.

Mit Kindern nachdenken und philosophieren

In unseren Evangelischen Kindertagesstätten sprechen wir mit den Kindern über den „Turmbau von Babel“ – das können Sie natürlich zuhause auch tun. Wir binden die Geschichte in unseren Alltag ein: in unsere Gespräche, Spiele, Lieder und Gebete. Damit die Kinder dabei von selbst die biblische Geschichte deuten und interpretieren, geben wir ihnen die Möglichkeit, sich ihre eigenen Gedanken über deren Verlauf zu machen. So können wir, wenn wir die Geschichte nacherzählen, sie an entscheidenden Stellen unterbrechen und die Kinder zum Beispiel fragen: Ist es möglich, einen Turm bis in den Himmel zu bauen? Warum nicht? Wie müsste so ein Turm gebaut werden? Kann man überhaupt einen Turm bis zu Gott bauen? Was glaubt ihr, warum Gott nicht wollte, dass der Turm bis zum Ende gebaut wird und wie hat Gott wohl verhindert, dass das geschah? Wir können gemeinsam philosophieren und fragen: Wo ist Gott? Muss man einen Turm bis in den Himmel hinein bauen, um Gott nahe zu sein?

So vertiefen wir im gemeinsamen Gespräch mit den Kindern den biblischen Stoff. Dabei kann es auch hilfreich sein, sich während des Gesprächs bildhafte Darstellungen des „Turmbaus“ und Fotos moderner Türme anzuschauen.

Für die Umsetzung der Kampagnen-Themen haben die Kitas eine Broschüre mit zahlreichen Anregungen bekommen. Daraus stellen wir auch für Sie einige Beispiele vor:

Spielerische Annäherung

Der Sprachverwirrung einerseits steht die Sprach- und Sprachenvielfalt andererseits gegenüber; sie ist etwas, was Sie auch zuhause spielerisch mit Ihrem Kind entdecken können. So können Sie mit Ihrem Kind etwa eine eigene Sprache erfinden, indem Sie zum Beispiel gemeinsam für die morgendliche Begrüßung oder den Abschied vor der Kita eine „Kauderwelsch“-Formel wie etwa „To, mäh, wa“ erfinden. Schnell wird Ihr Kind diese „Spaß-Sprache“ weiterentwickeln – und Sie müssen dann erraten, was gemeint ist.

Schon im Alter von 18 Monaten fangen Kinder gewöhnlich an, Bausteine oder bunte Schachteln aufeinander zu türmen und zu stapeln. Mit großer Freude, einem inneren Trieb folgend, lassen sie ihr Gebautes immer wieder aufs Neue einstürzen und bauen es wieder auf. Bauen Sie doch einmal gemeinsam mit Ihrem Kind einen Turm. Und lassen Sie Ihr Kind dabei entdecken, wie wichtig Kommunikation und Gemeinsamkeit sind, indem Sie es einfach nicht „verstehen“ und eine Zeitlang alles falsch machen ...

Im Spiel „Der Turm, der wackelt“ stellen Sie eine Hand mit dem Daumen nach oben auf den Tisch. Ihr Kind umfasst den Daumen mit der eigenen Hand und stellt auch den Daumen auf. Jetzt kommt Ihre zweite Hand, dann wieder Ihr Kind. Nun beginnen alle Hände zu wackeln und gemeinsam sprechen Sie und Ihr Kind: „Der Turm, der wackelt, der Turm, der wackelt. Die oberste Spitze fällt ab.“ Je mehr Mitspieler sich hier beteiligen, desto mehr Spaß bringt das Spiel.

Hier sehen Sie Fotos vom Kampagnen-Auftakt:Bildergalerie „Turmbauer von morgen“